Beikoststart - wie dein Baby entspannt essen lernt

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Wie lange wird ein Baby von (Mutter-) Milch satt?

Dein Baby wird größer und du fragst dich, wann es Zeit wird für die erste festere Nahrung? Wird dein Kind von der Milch noch ausreichend satt?

Meine persönlichen Erfahrungen

Auch ich stellte mir diese Fragen, als mein erstes Kind 4 Monate alt wurde. Nach anfänglichen Stillschwierigkeiten hatte sich das Stillen nun endlich seit ein paar Wochen eingespielt. Nun tauchten erneut Stillprobleme auf. Mein Kind schien nicht mehr genug zu trinken.  Schnell bekam ich von verschiedenen Seiten den Rat, dass vermutlich meine Milch nicht mehr ausreicht. Ich sollte mit Beikost beginnen.

Diese Idee widerstrebte mir innerlich. Ich war so froh, dass wir gerade erst unsere Stillhürden überwunden hatten. Ich freute mich, nun das Stillen  endlich genießen zu können und hoffte dies noch möglichst lange tun zu können. Beikost hörte sich jedoch für mich nach dem Anfang vom Ende des Stillens an. Mein Bauchgefühl sagte mir außerdem, dass mein Baby überhaupt noch nicht bereit war für Essen. Es hatte bisher keinerlei Interesse daran gezeigt.

Dies war für mich der Anlass, mich näher mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich suchte mir kompetente Stillberatung (LaLecheLiga, Hebamme mit IBCLC-Stillberaterzusatzqualifikation) und beschäftigte mich mit dem Thema Beikost. Meine Erfahrungen gebe ich dir hier gern weiter, um dir ähnliche Unsicherheiten zu ersparen. Ich möchte dir damit Mut machen, dein Kind entspannt, fröhlich und natürlich an die Beikost heranzuführen.

Vorab noch ein Hinweis: Ich bin weder Ärztin noch Ernährungsberaterin. Ich gebe hier meine Erfahrung weiter. Alle Empfehlungen betreffen gesunde und reif geborene Babys. Bei  Besonderheiten, Fragen oder Zweifeln wende dich bitte an deine Hebamme oder deinen Kinderarzt. Du kennst dein Baby am besten und nur du kannst daher den für euch passenden Weg finden.

Jedes Kind is(s)t anders – wann ein Kind beginnt zu essen

In Supermärkten gibt es Regalreihen voller Gläschen mit pürierter Nahrung, ab dem 5. Monat. Dadurch fragte auch ich mich, ob es ab diesem Zeitpunkt dringend nötig wird, bei meinem Baby mit Beikost zu beginnen. Diese Altersempfehlung entspricht jedoch nicht den optimalen Empfehlungen für den Beikoststart, sondern orientiert sich am gesetzlich offiziell genehmigten frühestmöglichen Zeitpunkt. Es ist weder nötig noch empfehlenswert, bereits mit 4 oder 5 Monaten mit der Beikost zu beginnen.

Offizielle Empfehlungen als Orientierungsrahmen

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt bis zum vollendeten 6. Lebensmonat ein Baby voll zu stillen (bzw. mit Pre-Milch zu ernähren).  Danach ergänzend zur Beikost bis zum 2. Geburtstag bzw. darüber hinaus, solange Mama und Kind dies möchten.

Vor dem 6. Lebensmonat ist der Darm deines Babys in der Regel noch zu unreif, um festere Nahrung verarbeiten zu können. Die Darmwände sind noch dünn, so dass Schadstoffe aus der Nahrung in den Körper gelangen können. Für dein Baby liegt in der früheren Beikosteinführung keinerlei Vorteil. 

Solltest du den Eindruck haben, dein Baby wird nicht mehr ausreichend satt, dann biete ihm eine weitere Milchmahlzeit an. Solange dein Baby wächst und zunimmt, bekommt es ausreichend Nahrung – unabhängig von allgemeinen Gewichtskurven.

Der Übergang vom Stillen/ Fläschchen zum Familientisch verläuft allmählich und individuell unterschiedlich schnell. Zwischen dem 5. und 7. Monat bestimmt dein Baby, ob es mit der Beikost starten möchte. Danach solltest du ihm etwas anbieten. Die Empfehlungen bieten einen Orientierungsrahmen. Innerhalb dessen kannst du dein Kind beobachten, wann es bereit für andere Nahrung ist.

Kommt es zu Nährstoffmangel bei Essens-Spätentwicklern?

Auch wenn dein Baby im 7. Lebensmonat noch kein Interesse an neuer Nahrung zeigt, verhält es sich normal. Biete ihm immer wieder kleinere Mengen an und lass ihm ausreichend Zeit zur Entwicklung. Auch beim Essen gibt es Spätentwickler, die in der Regel keinen Schaden daran nehmen. Versichere dich regelmäßig, dass dein Kind wächst und zunimmt und keine Mangelzustände aufweist. 

Muttermilch bzw. Pre-Milch bleiben im 1. Lebensjahr die Hauptnahrungsquelle für dein Baby und versorgen es mit allen wichtigen Nährstoffen, auch begleitend zur Beikost. Gerade anfangs essen Babys noch keine nennenswerten sattmachenden Mengen. Es ist empfehlenswert, die Beikost immer mit der Still-/ Milchmahlzeit zu kombinieren. Die neue festere Nahrung kann dadurch besser vom Körper deines Babys verarbeitet werden. Besonders Muttermilch stärkt das Immunsystem, hilft bei der Verdauung und sorgt für eine gesunde Darmflora und senkt das Allergierisiko.

Die Zusammensetzung von Muttermilch passt sich immer wieder den Bedürfnissen des Entwicklungsstands deines Babys an. Sie wird deswegen aber nicht dickflüssiger. Dort ist alles drin, was dein Baby für seine gesunde Entwicklung benötigt. Es ist also eine Fehlannahme, dass Muttermilch irgendwann zu wenig Nährstoffe enthält oder nicht mehr satt machen würde.

Unzufriedenheit heißt nicht immer Hunger

Sollte dein Baby dennoch unzufrieden sein, kann dies auch andere Ursachen haben. Essen ist nicht immer die Lösung. Überlege, ob es sich vielleicht mehr Anregung und Beschäftigung wünscht. Mit 5 bzw. 6 Monaten nimmt dein Baby seine Umwelt schon gut wahr und möchte viel mehr teilnehmen. Leider spielt sein Körper oft noch nicht so mit, wie es gern möchte und es ist ständig auf Hilfe angewiesen. Dies kann frustrierend sein. 

Beikost-Reifezeichen – woran du erkennen kannst, dass dein Baby bereit ist zum Essen

Die Empfehlungen der WHO geben einen Orientierungsrahmen. Innerhalb dessen solltest du dein Baby beobachten, um seine ganz individuellen Beikostreifezeichen zu erkennen. Es gibt verschiedene Reifezeichen, mit denen du feststellen kannst, ob dein Baby bereit ist für die erste Beikost:

  • Interesse am Essen: Dein Baby zeigt Interesse an fester Nahrung. Es verfolgt z.B. dein Essen mit den Augen und öffnet dabei evtl. auch seinen Mund oder/ und es streckt seine Hände nach dem Essen aus oder macht Kaubewegungen.
  • Sitzen mit Unterstützung: Dein Baby kann mit geringer Unterstützung im unteren Rücken sitzen. Das bedeutet, dein Baby kann auf deinem Schoß, angelehnt an deinen Oberkörper sitzen und kann seinen Kopf sicher halten.
  • Pinzettengriff: Dein Baby kann mit Daumen und Zeigefinger einen Gegenstand aufheben. Dadurch kann sich dein Baby selbstständig mit seiner Hand Essen in den Mund stecken.
  • Zungenstoßreflex verschwunden: Babys haben anfangs einen Reflex. Dieser bewirkt, dass sie automatisch etwas mit der Zunge wieder herausschieben, was sie im Mund haben oder ihnen in den Mund gesteckt wird. Dieser Reflex sollte für den Beikoststart bei deinem Baby verschwunden sein.
  • Dein Baby zeigt, wenn es satt ist: Es dreht sich von der Brust oder Flasche weg, wehrt ab oder schiebt sich selbst beiseite.

Vertraue Deinem Baby: Babys wissen intuitiv selbst am besten, wann sie bereit für die erste festere Nahrung sind. Beobachte dein Baby und verlass dich auf seine Zeichen.

Zum Ausgang der Geschichte mit meinem Baby: Wir haben unsere Stillprobleme dank der Unterstützung der Stillberatung in den Griff bekommen. Das Kennenlernen der Beikostreifezeichen gab mir Sicherheit, den richtigen Zeitpunkt für den Beikoststart meines Babys  zu erkennen. Ich verstand, dass mein Baby mit vier Monaten dafür noch nicht bereit war. Letztlich habe ich mein Baby noch bis zu seinem vollendeten 8. Lebensmonat voll gestillt ohne Beikost.

Jedes Kind is(s)t anders – wie und wieviel ein Kind isst

Essen ist Lernen mit allen Sinnen

Mit der Beikost beginnt für dein Baby eine ganz neue Erfahrung. Es lernt mit allen Sinnen neue Eindrücke kennen: wie das Essen riecht, wie es aussieht, wie es schmeckt und wie es sich anfühlt. Es geht um das Spüren von großem und kleinem Hunger. Und es geht deinem Kind -sehr viel sogar- ums Spielen! Das ist in Ordnung. Essgewohnheiten sind in jeder Kultur anders, sollten in dieser Zeit jedoch dem Kind angepasst werden.

An erster Stelle steht das entspannte, neugierige und freudige Kennenlernen der neuen Nahrung und nicht das Sattwerden. Beikost ergänzt die Still-/ Milchmahlzeit zunächst und ersetzt sie nicht. Es ist ein langsames Herantasten an neue Konsistenzen in Hand und Mund, an zu entdeckende Geschmacksvarianten, die heute abgelehnt und morgen geliebt werden können. Dein Kind muss sich erst an den neuen Geschmack und die neue Konsistenz des Essens gewöhnen.

Beginne zunächst für einige Tage mit nur einem einzelnen Lebensmittel (z.B. Kartoffel). Dein Kind kann dieses dann ausgiebig kennenlernen. Du kannst dabei beobachten, ob es das Lebensmittel mag und ob dein Baby allergisch darauf reagiert. Nach jeweils einer Woche kannst du ein weiteres Lebensmittel hinzufügen.

Essen braucht Zeit zur Gewöhnung

Dafür braucht jedes Kind seine individuelle Zeit. Manches Kind isst alles, manches ist wählerisch. Manches Kind isst wochenlang nur einen Löffel, ein anderes gleich einen ganzen Teller. Das Essverhalten ist so verschieden wie jedes Kind. Auch sein Körpergewicht und seine Statur befinden sich in der Entwicklung und können schwanken. Auch die Verdauung deines Kindes muss sich anpassen. Von daher ist es völlig normal, wenn anfangs Nahrung unverdaut in der Windel landet.

Es ist auch möglich, dass dein Kind noch gar nichts essen möchte. Dann ist es vermutlich noch nicht so weit. Warte ein bis zwei Wochen und versuche dann deinem Baby erneut etwas anzubieten. Bleibe geduldig und biete neue Speisen immer mal wieder ohne Druck an.

Zwinge dein Baby bitte nie zum Essen. Es weiß selbst intuitiv am besten, was und wieviel es gerade entsprechend seiner Entwicklung braucht. In unserer Gesellschaft ist Essen lernen leider oft mit vielen Zwängen und Sorgen verbunden, die abgebaut werden sollten. Dies beugt außerdem Essstörungen vor. Wichtig: Die Eltern bestimmen, was auf den Tisch kommt, das Baby bestimmt, wieviel es davon essen möchte. 

Lass deinem Kind Zeit! Du wirst mit einem fröhlichen Esser belohnt.

Wie dein Kind entspannt essen lernt

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Essen soll Spaß machen und ist einer der wichtigsten sozialen Treffpunkte innerhalb der Familie. Essen macht nicht nur satt, sondern stillt auch andere Bedürfnisse wie das nach Gemeinschaft, Nähe, Austausch oder Verständnis.

Dein Baby erlebt sich am Familientisch als Teil der Familie und lernt hier am einfachsten und besten, wie essen funktioniert. Lass dein Baby von Anfang an eurem Familientisch mitessen. Dein Baby lernt am besten durch Nachahmung. Dies passiert am besten am Familientisch, da ihr dort seine Essens-Vorbilder seid. Dein Baby übt seine Motorik, seine Hand-Augen-Koordination und das Kauen.

Hier ein paar Tipps für das Essen am Familientisch:

  • Essens-Vorbild: Dein Baby beobachtet dich genau und möchte alles nachmachen, was du tust – auch beim Essen. Als Mama oder Papa vermittelst du deinem Baby gesunde oder auch ungesunde Essgewohnheiten, die mitunter das ganze Leben deines Babys prägen werden und später oft nur schwer umgewöhnt werden können. Besprich deshalb mit deinem Partner/ deiner Partnerin, welche Vorstellungen ihr von eurem zukünftigen Familienessen habt.
  • Entspannt essen: Essen bedeutet genauso wie Spielen für dein Baby Lernen mit allen Sinnen und strengt es an. Damit eure Mahlzeiten entspannt sind und zu einer positivem Erfahrung werden, ist es wichtig, dass dein Baby für das Essen ausgeruht und nicht zu hungrig ist. Auch du selbst solltest deshalb nicht unter Zeitdruck stehen.
  • Ablenkung vermeiden: Genieße das gemeinsame Essen mit deinem Baby ohne Handy oder Fernsehen.
  • Beaufsichtige dein Baby: Dein Baby sollte nur sitzend essen und unter deiner Aufsicht, um die Gefahr des Verschluckens zu vermeiden! Lass dein Baby nie mit Essen allein.
  • Sitzend essen: Dies geht auf deinem Schoß oder in einem guten Hochstuhl*. Ein guter Hochstuhl wächst mit und unterstützt den Rücken und die Füße deines Babys beim Sitzen.
  • Routine entwickeln: Außerdem hilft es deinem Baby, wenn es geregelte Essenszeiten gibt und das Essen z.B. mit einem kleinen Tischreim beginnt, um eine Routine zu entwickeln.
  • Jeder benutzt nur sein eigenes Besteck: Bitte lecke den Löffel deines Kindes nicht ab.  Beim Ablecken des Löffels deines Babys kann Karies übertragen werden, denn dies ist ansteckend. (Gleiches gilt übrigens auch für das Ablecken des Schnullers.) Um das Essen auf die richtige Temperatur zu testen, kannst du es dir leicht an die Oberlippe oder Wange halten.
  • Essen ist kein Erziehungsmittel: Essen sollte nicht als Ablenkung, zum Trost, als Ausdruck von Liebe, Strafe oder Belohnung eingesetzt werden.
  • Kinder können nicht alles haben: Lass dein Kind nur wenig von Erwachsenenlebensmitteln probieren, denn diese enthalten ungeeignete Zutaten. Kinder müssen lange damit leben, dass sie nicht alles haben können, was Erwachsene konsumieren. Dies dient ihrem Schutz.

Mit dem Essen spielen erlaubt?! – Tischregeln und Vorbereitungen

Da dein Baby die neuen Lebensmittel mit allen Sinnen kennenlernen und „begreifen“ möchte, ist sowohl das Essen mit den Händen als auch das Spielen mit dem Essen ausdrücklich erlaubt. Dein Baby freut sich und profitiert davon, wenn du ihm diese Lernerfahrung ermöglichst. Dies ist natürlich anfänglich mit Kleckerei und Matscherei verbunden. 

Keine Sorge: Da dein Baby gern so schnell wie möglich genauso essen möchte wie du, ist die Kleckerei nur von begrenzter Dauer und dein Baby übernimmt deine Esskultur schnell automatisch.

Damit die ersten Mahlzeiten für dich und dein Kind entspannt ablaufen können, kannst ein paar Vorbereitungen treffen, um die Matscherei zu begrenzen bzw. das anschließende Säubern zu vereinfachen:

  • Lege abwischbare Matte* oder eine Zeitung unter den Stuhl deines Babys. Dies ist anschließend schnell abgewischt oder zusammengeknüllt und entsorgt. Von einer abwischbaren Matte kannst du heruntergefallene Nahrungsmittel beruhigt noch einmal deinem Baby anbieten.
  • Wähle einen Ort zum Essen, wo es okay ist, wenn etwas danebengeht: am besten mit abwischbaren Wänden (z.B. Fliesen) und Böden. Dies entspannt die ersten Mahlzeiten für dich und dein Kind.
  • Du kannst deinem Baby entweder ein Ärmellätzchen* anziehen und seine Kleidung mit einem Tuch bedecken oder du lässt es ohne Kleidung (nur mit Windel bekleidet) essen. So vermeidest du das Umziehen deines Babys sowie Wäsche und kannst dein Baby nach dem Essen leichter säubern.
  • Lege dir einen feuchten Waschlappen bereit zum Auf- und Abwischen während der Mahlzeit.
  • Es kann hilfreich sein, wenn du einen robusten, schweren Teller evtl. mit Saugnäpfen* und höherem Rand wählst. Somit fällt weniger herunter. 
  • Da dein Baby dich gern nachahmt, kannst du ihm dafür auch ein Kinderbesteck* anbieten. Jedoch wird es wie gesagt anfangs bevorzugt seine Hände benutzen, um sein Essen kennenzulernen und zu erkunden.

Welche Lebensmittel eignen sich für den Beikoststart?

Die Auswahl an gesunden und kindgerechten Lebensmitteln, die sich für den Beikoststart im 1. Lebensjahr mit Brei als auch für Fingerfood/ Beikost nach Bedarf anbieten, ist groß.

Biete deinem Kind eine langsam wachsende Vielfalt an Lebensmitteln an: Kartoffeln, Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Fisch und Fleisch mit wenig Fett. Jedes für sich einzeln angeboten.

  • saisonale und regionale Produkte, da diese in der Regel optimal reif, wenig belastet, vitaminreich und sehr schmackhaft sind
  • Verwende frisches Obst und Gemüse oder Tiefkühlware, möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau
  • weiches oder gedünstetes Obst und Gemüse (ggf. Kerne entfernen)
  • Fisch und Fleisch durchgegart – am besten vom Händler deines Vertrauens, wo du nachvollziehen kannst, woher die Produkte genau kommen.
  • Kartoffeln, Nudeln, Reis
  • Öl und Butter

Wenn dein Baby gesund und reif geboren ist und bislang keine Allergien aufweist, muss man keine überhöhte Vorsicht bei der Einführung neuer Lebensmittel walten lassen. Um zu sehen, ob dein Baby die neuen Lebensmittel verträgt, führe immer nur ein neues Lebensmittel alle paar Tage ein.

Auch eine vegetarische Ernährung ist möglich. Lass dich dazu am besten von deinem Kinderarzt beraten.

Beginne mit nur einem Lebensmittel, z.B. Pastinake, Kartoffel oder Brokkoli. Biete dieses ein paar Tage nacheinander deinem Baby an, um zu sehen, ob es darauf reagiert. Keine Sorge – dies wird deinem Baby nicht zu langweilig, da es für dein Baby ein Kennenlernen ist und es Zeit dafür braucht. Das Angebot mehrerer neuer Lebensmittel gleichzeitig ist ähnlich wie eine Reizüberflutung für dein Baby. Nach ein paar Tagen kannst du ein nächstes Lebensmittel einführen.

Welche Lebensmittel sind im ersten Lebensjahr ungeeignet?

  • So gut wie kein Salz und Zucker! Die meisten Lebensmittel enthalten von Natur aus bereits genug Salz oder Zucker. Das Geschmacksempfinden eines Babys ist noch sehr viel intensiver als das eines Erwachsenen. Eine Alternative zum Würzen sind Kräuter. Zucker verbirgt sich auch hinter den Begriffen Maltrose, Dextrose, Glucose, Fructose oder Maltodextrin.
  • Vermeide Fertiggerichte/ Fast Food, stark verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen mit Geschmacksverstärkern, Zusatzstoffen und künstlichen Aromen.
  • Lebensmittel aus Dosen (viel Zuckerzusatz, kaum noch Vitamine enthalten)
  • Honig
  • rohe Lebensmittel (rohe Eier, Rohmilch, rohes Fleisch, roher Fisch)
  • ganze Nüsse & kleine Beeren wie Kirschen, Oliven, Blaubeeren oder Weintrauben oder halbiert anbieten (Verschluckungsgefahr!)
  • Kuhmilch als Getränk (statt dessen weiterhin Muttermilch oder Pre-Milch)
  • Fettiges, Gebratenes und Frittiertes
  • schwer verdauliches wie Kohl oder Hülsenfrüchte

Wer isst, muss auch trinken - Wasser ist die erste Wahl

Biete deinem Kind mit Beginn der Beikost immer auch Wasser zum Trinken an, auch wenn es davon zunächst kaum etwas trinkt. Mit der festeren Nahrung braucht der Körper zusätzlich Flüssigkeit, um Verstopfung zu vermeiden. Am besten bietest du deinem Kind das Getränk aus einem Becher oder einer Tasse ohne Trinkaufsatz an. Wasser ist das beste Getränk für alle Menschen. Es löscht den Durst, reinigt den Körper ohne neue Stoffe hinzuzugeben, enthält keine Kalorien und schont die Zähne.

Fertigtees und Säfte enthalten Zucker und sind nicht geeignet. Tees gelten bei regelmäßigem Trinken außerdem als Arzneimittel. Deshalb solltest du diese wirklich nur ausnahmsweise anbieten, da dies auch ein regelmäßiges Verlangen hervorrufen kann, wenn dein Kind „auf den Geschmack kommt“. Milch zählt zu den Nahrungsmitteln und ist kein Getränk.

Beikost lässt Babys besser schlafen und beugt Allergien vor – stimmt das?

Die Annahme, dass Babys durch Beikost besser schlafen, lässt nach meiner Erfahrung viele Eltern den Beikoststart mit Ungeduld erwarten. Dies ist jedoch ein Mythos. Denn wie bei Erwachsenen kann ein voller Magen auch bei Babys einen eher unruhigen Schlaf bedingen. Ein zu früher Beikoststart kann durch die fehlende Reife des Babys sogar -wie oben beschrieben- zu Problemen führen. Außerdem entwickelt sich ein konstantes Durchschlafmuster erst im 2. Lebensjahr, vorher entspricht dies nicht der Entwicklung.

Die Hoffnung, mit einem möglichst frühen Beikoststart Allergien und Intoleranzen zu vermeiden, ist ebenfalls ein Irrtum. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass der Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Allergien minimal ist.

Hier findest du zur leichteren Übersicht die wichtigsten Punkte des Beitrags in einer Checkliste zum kostenfreien Download zusammengefasst.

Also, bleib entspannt und geduldig, vertraue deinem Baby und lass ihm Zeit!

Dies sind die wichtigsten Voraussetzungen für einen gelingenden Beikoststart sowie ein lebenslanges gesundes Essverhalten.

Über dieses und andere Themen kannst du dich mit anderen Eltern u.a. in Eltern-Kind-Kursen wie z.B. PEKiP austauschen.

In einem weiteren Beitrag stelle ich dir meine Erfahrungen mit Beikost nach Bedarf ohne Brei mit Fingerfood vor und zeige dir konkret, wie dies funktioniert, welche Lebensmittel sich eignen und wie es sich von der Breikost unterscheidet.

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2 Kommentare

    • Vielen Dank für deinen schöne Rückmeldung. Das freut mich sehr, wenn es dir weitergeholfen hat. Mir ging es mit meinen Kindern damals ähnlich, dass es schwer war etwas kompakt und bedürfnisgerechtes zu diesen und anderen Eltern-Kind-Themen zu finden. Es gibt leider immer noch viele Irrtümer zu dem Thema. Deswegen möchte ich dies gern anderen Eltern weitergeben für eine entspannte und wundervolle Eltern-Kind-Beziehung. Alles Gute für dich!

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