Eltern-Kind-Bewegungskurs

für 2-4jährige Kinder

"Jeder Lernprozess beginnt im eigenen Körper."

Gerald Hüther, Hirnforscher

Bewegung ist die Grundlage aller Entwicklung – von Geburt an. Bereits bei Säuglingen und Babys wirkt sich eine freie und gute Bewegungsentwicklung auf alle anderen Entwicklungsbereiche wie z.B. die Sprache aus.

In den ersten Lebensjahren erkunden Kinder durch Bewegung ihre Umwelt. Dabei lernen sie nicht nur etwas über Dinge und Räume, sondern auch über ihren eigenen Körper, seine Möglichkeiten und Empfindungen. Mit großer Freude erweitern sie ihre motorischen Fertigkeiten, wie Rennen, Klettern, Rutschen, Balancieren und Schaukeln und nutzen jede Gelegenheit, ihr Können zu erproben. Durch unzählige Wiederholungen verfeinern sie ihren Gleichgewichtssinn, ihre Raumorientierung und den differenzierten Einsatz ihrer Kraft; so erhalten die Sinnessysteme notwendige Entwicklungsimpulse.

"Alles, was uns begegnet, lässt Spuren zurück. alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei."

Johann Wolfgang von Goethe

10 Gründe für mehr Bewegung

1. Bewegung ist Lebensfreude

Kinder besitzen einen natürlichen/ intrinsischen Drang zur Bewegung. Sie brauchen genügend Raum, denn ihr Spielen ist oft von intensiven Bewegungsphasen begleitet. Das Rennen, Hüpfen, Springen und Klettern lässt Kinder ihre unmittelbare Lebendigkeit erfahren und erfüllt sie emotional mit Zufriedenheit und Freude.

2. Bewegung stärkt das Selbstvertrauen

Durch körperliche Aktivität spüren Kinder die Kraft und Energie ihres Körpers. Sie erhalten Rückmeldungen über ihr Können, wie auch über ihre Grenzen. Sind die Bewegungsaufgaben am Entwicklungsstand der Kinder orientiert, erleben sie sich erfolgreich und selbstwirksam. Diese Erfahrungen stärken ihr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und damit ihr Vertrauen in sich selbst.

3. Bewegung lässt Gemeinschaft erleben

Über das bewegte Spiel nehmen Kinder zueinander Kontakt auf. Sie ahmen einander nach oder laufen um die Wette. Sie nehmen andere Kinder in ihrer Andersartigkeit wahr und setzten sich selbst in Bezug zu ihnen. Bei Bewegungsspielen mit Spielregeln, die integrierend wirken und auf Ausgrenzung verzichten, lernen die Kinder soziale Verhaltensweisen, die den Spielspaß für alle Kinder ermöglichen, trotz ihrer Unterschiede.

„Jeder achtet auf sich selbst und auf die anderen.“

Bei Interesse nimm gern zu mir Kontakt auf, um die nächsten Termine zu erfahren. Kontakt

Ich freue mich auf Dich und Dein Kind!

In Sachsen besteht die Möglichkeit zur Kostenübernahme für AOK PLUS-versicherte Kinder.

Falls du eine Sozialleistung wie z.B. Kinderzuschlag oder Wohngeld erhältst, besteht die Möglichkeit zur Kostenübernahme über das Bildungs- und Teilhabepaket. 

4. Bewegung bedeutet die Welt entdecken

Mit ihrem Körper sammeln die Kinder Erfahrungen mit unterschiedlichen Gegenständen, Materialien und Oberflächen, sowie mit Raum und Zeit. Sie gewinnen dabei Erkenntnisse über sich selbst und über die Beschaffenheit der dinglichen Welt, die sie umgibt. Physikalische Gesetze wie Schwerkraft, Beschleunigung oder Reibung erfahren sie über die eigene körperliche Aktivität und durch das Experimentieren mit Spiel- und Alltagsmaterialien.

5. Bewegung macht schlau

Bewegung ermöglicht Kindern ein Lernen aus erster Hand. Ihr Denken entwickelt sich durch die aktive und forschende Auseinandersetzung mit den Dingen und Phänomenen des Alltags. Sie stellen Hypothesen und Theorien auf, die sie durch Wiederholungen und Variationen ihrer Handlungen überprüfen.
Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben außerdem gezeigt, dass Bewegung, Sport und Spiel die Fähigkeit zur Selbstregulation und die Anpassungsfähigkeit des Gehirns (Neuroplastizität) positiv beeinflussen und damit Entwicklungsprozesse und den Lernerfolg fördern.
(Vgl. Kultusministerium Baden-Württemberg: Bildungsplan 2016 der Grundschule. Bewegung Spiel und Sport: Spiele zur Schulung der exekutiven Funktionen.)

6. Bewegung ist Sprache und Kommunikation

Über die Bewegung treten Kinder in einen Dialog mit der Umwelt, dabei gewinnt das gesprochene Wort aus dem praktischen Handeln heraus seine Bedeutung. Ihre Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche drücken Kinder über ihre Körpersprache aus: Sie hüpfen vor Freude, trampeln aus Wut oder lassen traurig ihre Schultern hängen. Körper, Mimik und Gestik sind auch ein geeignetes Mittel zum beiderseitigen Verstehen. Sie können dazu dienen die Äußerungen und Gefühle des Kindes angemessen zu spiegeln.

7. Bewegung sensibilisiert die Sinne

Über die Sinnesorgane gelangen Umwelt- und Bewegungsreize zum Gehirn und sorgen für die Vernetzung von Nervenzellen. Eine besondere Rolle im Zusammenhang mit Bewegung spielen die sogenannten körpernahen Sinne (Basis- oder Grundsinne). Dazu gehören der Tast-, der Gleichgewichts- und der Bewegungssinn. Sie stellen die Grundlage für das harmonische Zusammenspiel aller Sinne in der kindlichen Entwicklung dar und benötigen täglich eine möglichst vielseitige Anregung.

Ein paradoxes Phänomen, das Kindheit heute prägt, ist eine „Verarmung der Sinne“, bei gleichzeitiger Überstimulierung, z.B. des Sehsinns durch Bildschirmmedien. Die sogenannten „körpernahen Sinne“ erfahren durch fehlende Bewegung im Alltag und draußen in der Natur nur unzureichende Entwicklungsreize.

8. Bewegung macht erfinderisch

Ein akrobatisches Kunststück, ein schwungvoller Tücher-Tanz oder eine neue Regel für das Fußballspiel – beim Bewegen und Spielen lassen Kinder ihrer Kreativität freien Lauf. Dabei fordern sie sich immer wieder aufs Neue heraus und lernen so die Bewegungsmöglichkeiten ihres Körpers kennen. Sie erweitern selbsttätig ihr Handlungsrepertoire, wodurch motorische, kognitive wie auch soziale Bildungsprozesse stattfinden. Das Präsentieren der kleinen und großen Erfindungen unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung.

9. Bewegung ist Spannung und Entspannung

Die Wahrnehmung, wie der Körper sich nach einem intensiven Laufspiel anfühlt, das Schwitzen, die Wärme in der Muskulatur, der schnelle Atem und das pochende Herz, wie es langsam wieder zur Ruhe kommt, lassen Kinder die Signale ihres Körpers kennenlernen und verstehen. Wenn sie in Ruheritualen, Traumreisen und Entspannungsübungen angeleitet werden ihren „inneren Raum“ aufzusuchen und die wohltuende Wirkung von Entspannung erfahren, kann ein positives Körper- und Selbstwertgefühl aufgebaut werden, das im Sinne der gesunden Wohlbefindens einen Schutzfaktor darstellt.

10. Bewegung hält gesund und fit

Vielseitige Bewegung regt das Herz-Kreislaufsystem an, sorgt für eine gute Sauerstoffaufnahme und ein aktives Immunsystem. Der Aufbau von Muskulatur stabilisiert den Körper und beugt den Folgen von Bewegungsmangel vor. Eine gut entwickelte Körpermotorik verleiht dem Kind Bewegungssicherheit und vermindert die Gefahr von Unfällen. Positive Bewegungserfahrungen in der Kindheit gelten als eine nachhaltige Gesundheitsressource, denn sie steigern die Motivation für sportliche Aktivitäten ein Leben lang.

...all das und mehr bietet der Eltern-Kind-Bewegungskurs

  • Er besteht aus ca. 8-15 Kindern, in Begleitung ihrer Eltern. Auch Geschwisterkinder sind willkommen.
  • Ein Kurs besteht aus 10 wöchentlichen Treffen à 60 Minuten und findet in einer Turnhalle statt.
  • Die Bewegungs- und Spielangebote decken im Sinne eines ganzheitlichen Erlebens meist mehrere Entwicklungsbereiche ab.
  • Mit Fingerspielen, Spielversen und Bewegungsanregungen mit Musik, Materialien und Geräten lernen die Kinder ihren Körper kennen, verknüpfen Sprache mit Bewegung und sammeln unterschiedliche Sinneserfahrungen.
  • Neben Angeboten zum Klettern, Krabbeln, Rennen, Springen, Werfen, Balancieren usw. gibt es auch entspannende Elemente und Bewegungslieder oder Fingerspiele.
  • Teilweise werden Alltagsmaterialien zum Bewegen genutzt, so dass vieles ganz einfach zu Hause nachgemacht werden kann.
  • Alles darf, nichts muss: Alle Angebote dürfen freiwillig, individuell, nach Bedarf und Lust genutzt werden. Jedes Kind ist einzigartig und setzt sich auf seine eigene Art und Weise und den ihm zur Verfügung stehenden Fähigkeiten und Fertigkeiten mit den dargebotenen Anregungen auseinander. Jedes Kind darf an allen Spiel- und Bewegungsangeboten teilnehmen, diese entsprechend seines momentane Bewegungsbedürfnisses und aktuellen Entwicklungsstandes erkunden und ausprobieren. Es ist genauso völlig in Ordnung, wenn ein Kind keines der Angebotes wahrnehmen möchte und zufrieden ist zuzuschauen. Auch beim Zuschauen findet Lernen statt. Vielleicht mag es später bei einem der anderen Treffen etwas ausprobieren. Jedes Kind benötigt unterschiedlich viel Zeit bis es sich etwas zutraut. Und diese Zeit soll jedem Kind ganz bewusst gegeben werden.
  • Jedes Kind kann seine eigenen Ideen entwickeln und mitentscheiden wie etwas umgesetzt wird. Jedes Kind entscheidet ebenso selbst darüber, ob es eine Pause braucht und möchte.
  • Als Eltern bzw. Begleitperson bist du ausdrücklich eingeladen dich selbst mit zu bewegen. Damit bist du deinem Kind ein tolles Vorbild – gerade auch, wenn etwas mal nicht gleich gelingt.😉

"Das habe ich noch nie vorher versucht,
also, bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe." Pippi Langstrumpf

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